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Anlegetechnik und Stillvorgang

Es gibt viele Möglichkeiten Ihr Kind richtig an die Brust zu legen. Hier möchten wir aber nur kurz darauf eingehen, da Sie dies besser mit Ihrer Hebamme besprechen und sich die verschiedenen Möglichkeiten erklären lassen.

Wichtig ist eine bequeme Position in der Sie selbst auch gut 30 bis 40 Minuten aushalten können.

Ob nun im Sitzen, auf der Seite- oder in der Rückenlage bleibt Ihnen überlassen. Ihr Kind sollte zentral vor der Brust liegen, also nie zu hoch oder zu tief, so dass es ohne den Kopf drehen zu müssen leicht Ihre Brust erreicht. Nun muss Ihr Kind den Mund weit öffnen bevor es an die Brust angelegt werden kann. Eine gute Kontrollmöglichkeit, ob es wirklich gut anliegt sehen Sie an den nach außen umgestülpten Lippen Ihres Kindes. Führen Sie immer das Kind an die Brust und nicht umgekehrt die Brust zum Kind. Unterstützen Sie diese Führung indem Sie Ihre Brust mit dem so genannten C- Handgriff umfassen und halten.

Das Freihalten der kindlichen Nase ist nicht erforderlich, denn die Nase der Neugeborenen ist extra zum Trinken an der Brust geschaffen. Sie hat einen weichen Knorpel, ist platt und hat größere Nasenöffnungen. Natürlich wird Ihr Kind Pausen während des Trinkens einlegen, wir trinken auch nicht einen Liter Wasser ohne Luft zu holen.

In den ersten Tagen ist es wichtig das Neugeborene immer bei Bedarf anzulegen, so bekommt es genug Vormilch, und die Milchmenge steigert sich schneller. Später reguliert Angebot und Nachfrage die Milchmenge. Erst nach einer Zeit von etwa 9 Wochen entwickelt Ihr Kind einen Rhythmus, so sind anfängliche Anlegezeiten von 2 bis 4 Stunden normal. Lassen Sie Ihr Kind tagsüber nicht länger als 4 Stunden schlafen. Für eine gute Milchbildung ist regelmäßiges Anlegen wichtig. Nachts darf auch mal länger geschlafen werden, wenn Kind und Brust das erlauben. Um eine ausreichende Milchmenge zu gewährleisten reicht es aus das Kind einmal in der Nacht an beiden Brüsten zu stillen. In den ersten Wochen wird das aber die Ausnahme sein.

Legen Sie Ihr Kind möglichst immer an beiden Brustseiten an, denn dies unterstützt auch die Steigerung der Milchmenge. An der ersten Brustseite sollte das Kind so lange saugen wie es mag (mind. 7 Minuten und max. 20 Minuten). Für die zweite Brustseite gilt das gleiche Prinzip, hier wird Ihr Kind nur noch das trinken was reinpasst. Ihr Kind wird in den ersten Tagen nicht unbedingt beide Brüste leeren, vielleicht ist es auch schon nach 10 Minuten müde. Das ist normal. Es meldet sich wieder, wenn es hungrig wird. Lassen Sie Ihr Kind nie an der Brust nuckeln, es soll direkt lernen, dass die Brust zum Trinken da ist, außerdem schont dies die Brustwarzen.

Ist Ihr Kind gesättigt lässt es womöglich die Brustwarze ganz alleine los, manche Kinder finden den schönsten Platz der Welt so gemütlich, dass sie die Brust nicht freiwillig loslassen. Sie lösen Ihr Kind von der Brust indem Sie Ihren kleinen Finger vorsichtig in den kindlichen Mundwinkel schieben.

 

Lassen Sie sich nie entmutigen, aller Anfang ist schwer. Manchmal braucht der Stillerfolg auch etwas Zeit.